Im Kantonsrat fragt die Fraktion GRÜNE mit einer von Christof Schauwecker erstunterzeichneten Interpellation, wie der Regierungsrat die bundespolitische Öffnung für neue Atomkraftwerke beurteilt. Im Zentrum steht die Frage, ob ein neues AKW am Standort Gösgen überhaupt bewilligungsfähig wäre und welche Folgen ein solches Projekt für den Kanton Solothurn hätte.

Auch im Oltner Gemeindeparlament greifen die GRÜNEN das Thema auf. Mit einer von Regina Graber erstunterzeichneten Kleinen Anfrage wollen sie wissen, welchen Strom die Stadt Olten für ihre Gebäude, Anlagen und die öffentliche Infrastruktur bezieht. Gefragt wird nach den Anteilen an Kernenergie, Wasserkraft, Photovoltaik und weiteren Energiequellen – sowohl für das Verwaltungs- als auch für das Finanzvermögen.

Die beiden Vorstösse ergänzen sich: Auf kantonaler Ebene geht es um die langfristigen Folgen eines möglichen neuen AKW im Niederamt. Auf kommunaler Ebene steht die Verantwortung der öffentlichen Hand im Zentrum: Welche Energie beschafft die Stadt selbst – und welches Signal will sie damit senden?

Das AKW Gösgen war infolge von Reparaturarbeiten und der Jahresrevision lange nicht am Netz. Nun zeigen Hitze und Trockenheit, dass Flusskühlwasser nicht unbegrenzt verfügbar ist. Das Werk entnahm 2024 rund 77 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Oberwasserkanal der Aare; davon verdunsteten gut 17 Millionen Kubikmeter im Kühlturm. Die Aare wird dadurch zwar weniger erwärmt als bei einer direkten Flusskühlung, ist jedoch einer erheblichen Belastung ausgesetzt.
Die GRÜNEN erwarten eine offene politische Debatte über die Folgen der Atomkraft für das Niederamt und die gesamte Region. Dabei müssen neben Fragen der Stromproduktion auch die Sicherheit, der Umgang mit Atommüll, das Flusskühlwasser sowie Investitionen in erneuerbare Energien diskutiert werden.

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